Hotel & Restaurant Wehrmann-Blume

Geschichte

 

Im Oktober 1886 heiraten Herr Borges und Frau Luise, geb. Dreyer, beide waren in Dedensen geboren. Friedrich Borges, dritter Sohn aus Hof Nr. 5, bekam eine Auszahlung in Goldmark, musste sich aber selbst eine Existenz aufbauen.


Das junge Paar kaufte sich am Bahnhof ein kleines Haus von Frau Thies und begann dort (konzessionslos) Flaschenbier zu verkaufen.

5 Jahre später, 1891, wurde das große Haus, das heute noch steht, gebaut als Gasthaus mit eigenen Wohnungen. Ein Zeitungsausschnitt in der heutigen Gaststube gibt noch Kunde vom Ärger mit dem damaligen Magistrat wegen der Ausschankkonzession.




Ein holpriger Feldweg führte zum Gasthof, neben dem ein Ausspann für Pferde oft den Besuch der Osterwalder Koppelknechte erhielt. Dem Ehepaar Borges wurden vier Kinder geschenkt, drei davon starben früh, nur Emma blieb am Leben. Emma musste schon als kleines Mädchen mit ihrer Mutter die Gaststätte führen, da auch Vater Borges früh gestorben war.

Emma Borges heiratete 1919 im Alter von 20 Jahren den "Windmüller" August Wehrmann. Nun war endlich ein "Mannsbild" im Hause, das Geschäft mit der Gastwirtschaft ging aufwärts.




1926 wurde als sicheres Zeichen des Aufstrebens das heute noch stehende große Haus hochgezogen und aufgestockt. Die vorhandenen Wohnungen wurden umgebaut und Hotelzimmer eingerichtet.



Vor dem Hotel wurde die, bis zum Umzug in die Kolenfelder Straße, funktionsfähige Fuhrwerkswaage gebaut. Von hier gingen die gewogenen Ladungen, vor allem die Zuckerrüben, mit der Eisenbahn nach Sarstedt, Nordstemmen und später mit dem Lastwagen nach Groß Munzel.

1927 wurde als Bereicherung des Hotels die erste Kegelbahn, spätere Bundeskegelbahn gebaut. Von Emma Wehrmann wurde der Damenkegelclub "Viel Spaß" mit Wilhelmine Wilkening, als Kegelmutter, in´s Leben gerufen. 1978 wurde dann Anna König Kegelmutter und ist mit vielen Kegeldamen bis heute in fröhlicher Runde verbunden.


   

August und Emma Wehrmann hatten zwei Kinder. Das älteste Kind Friedel ist seit 1944 vermisst. Das zweite Kind, Tochter Ursel, ist am 25.11.1927 geboren.



Die Jägerei spielte, bis heute, eine große Rolle in der Familie Wehrmann-Blume. 1923 wurde eine Jagd gepachtet, dazu kam eine große und weithin bekannte Obstverwertung. Eine eigene Mosterei wurde aus der eigenen Plantage, zum Teil hinter dem Hotelgelegen, mit Äpfeln und Kirschen beliefert.

 

Noch später in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg sorgte ein Offizier der Besatzungsmacht, Tam Colley, für die Aufrechterhaltung dieser wichtigen Nebenbeschäftigung, vor allem aber für die Aufrechterhaltung der Jägerei.

 Während der schlechten Zeiten mit seinen Stromsperren, ging bei August Wehrmann oft die Laterne (getarnte Schnapsflasche) bei den Gästen mit seinem Spruch herum: Den ersten trinke ich immer selber, damit Sie sehen, dass es kein Gift ist!

Tochter Ursel, immer zu Hause geblieben, war unabkömmlich. Gleich nach dem Kriege schwebte sie auf Freiersfüßen und ging oft zum Tanz nach Dedensen, wo sie ihren Mann kennen lernte. 1949 war dann die Hochzeit unserer Ursel Wehrmann mit Walter Blume, Bäckermeister aus Hannover-Stöcken. Zehn Jahre lang verkaufte Ursel Blume als Bäckermeistersfrau Brot und Lebensmittel in Stöcken. Drei Söhne wurden ihr geschenkt: Friedel, Heinz und Walter.




1959 wurde die Bäckerei in Stöcken verpachtet. Ursel ging zurück nach Wunstorf, zusammen mit ihrem Mann Walter Blume, da ihr Bruder Friedel aus dem Krieg nicht zurückkam. Ursel Blume wurde nun die Seele des gesamten Hotelunternehmens, unermüdlich, fleißig, sauber und freundlich.

1973 übernahm Sohn Friedel, nach einer Lehre als Koch und Arbeit im Parkhotel in Bremen, nach dem Erlernen vieler Kniffe, die Leitung in der Küche und bereicherte sie mit "frischem Wind".

Sohn Heinz hatte nach seiner Lehre als Bäcker vorgehabt, die Bäckerei seines Vaters in Stöcken zu übernehmen. Er lernte jedoch die Tochter eines Bäckermeisters in Lutter kennen und übernahm nach der Eheschließung mit ihr den Betrieb seines Schwiegervaters.

    Der dritte Sohn Walter ist noch ledig, lernte Landwirt und ist jetzt im Landhandel tätig.


In den 70er Jahren kam für das Haus Wehrmann-Blume die große Umstellung. Über 90 Jahre hatte das Hotel an der Bahnhofsstraße guten Ruf und Ansehen erworben. Da die geplante Hochstraße als Entlastung des Wunstorfer Verkehrs erforderlich wurde und die Führung durch und über das Grundstück ging, wurde eine Verlegung, d. h. der Neubau eines Hotels notwendig.




Am heutigen Standort, Kolenfelder Straße 86, baute Walter Blume sen. ein Hotel mit 31 Betten, einem Club- und Jagdzimmer, Konferenzraum und zwei Bundeskegelbahnen.  

Am 25 August 1978 war der große Schritt getan, die Tat vollbracht und es war Tag der Einweihung.




Am 17 Mai 1979 heiratete Friedel Blume seine Sabine Engelking aus Luthe. Die beiden Blumes sind nun die 4. Generation im gleichen Familienbetrieb, in dem sie beide aktiv tätig sind. Auch die 5. Generation im Hotel Wehrmann-Blume wächst heran und mit den beiden Söhnen ist der Erhalt des Namen Blume gesichert.


  

Am 30. August 2002 konnte das in vier Tagen völlig umgebaute Restaurant mit den geladenen Gästen gefeiert werden.

     



Der Saal wurde im Juli/August 2005 renoviert und der Frühstücksraum im Frühjahr 2009.
 
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